Anarchist Federation Lübeck
  Aktionen und Texte
 
Berichte über ältere Aktionen sind zu finden unter:
www.anarchistfederation.blogsport.de

18.01.09, 13. Jahrestag des Brandanschlags in der Hafenstrasse
Um 12h versammelten sich über 30 Leute am Mahnmal in der Hafenstrasse auf dem Parkplatz der Firma "Brüggen", um an die 10 Opfer des Brandes in der Flüchtlingsunterkunft am 18.01.1996 zu erinnern.
Bis heute wurden die Täter nicht ermittelt, aufgrund des offensichtlichen Unwillens von Stadt und Justiz.
Obwohl 3 Neonazis dringend tatverdächtig waren und sind, wurde gegen einen der Bewohner, Safwan Eid, ermittelt, er in Untersuchungshaft gesteckt und dort abgehört.
Er wurde zweimal freigesprochen.

Im Anschluss an das Gedenken fand noch das monatliche Café "(A)-Casa" unserer Gruppe statt, bei dem wir den Film "Tot in Lübeck" zeigten, welcher die Zeit nach dem Brandanschlag dokumentiert.

08.11.08"Deutschland? Nie wieder!"-Demonstration in Lübeck
einen Artikel dazu findet ihr hier:
de.indymedia.org/2008/11/231983.shtml
kritisch anzumerken ist an diesem Artikel, dass der Ausfall der Anlage und das Fehlen eines Megaphons absolut nichts mit fehlender Vorbereitung zutun hat, sondern dass unsere Gruppe, als die Demo vorbereitender Zusammenhang, die Information hatte, dass alle Megaphone im Wendland unterwegs sind, was sich erst nachträglich als nicht wahrheitsgemäss herausstellte, da sie spontan doch in Lübeck blieben.
Weiterhin als kritisch muss eine Aktion gewertet werden, die sich während der Demonstration abspielte.
Ein Genosse aus Hamburg wurde als vermeintlicher Zivi geoutet, weil er die falschen Aufnäher auf der Tasche hatte, und von der Demo geschmissen.
Wir finden solche Aktionen superscheisse und vor allem, dass Auswertige solche Aktionen reissen, ohne sich vorher mit uns rückzusprechen, da wir "unsere" Zivis kennen.

Ein weiterer, eher als lustig zu bezeichnender Artikel ist zu finden bei den Pseudo-JournalistInnen von hl-live:
www.hl-live.de/aktuell/textstart.php

Redebeitrag auf der Demo am 08.11.08:

Am 9. November 1938 brannten im ganzen Deutschen Reich Synagogen, wurden Geschäfte von Juden und Jüdinnen geplündert, der faschistische Mob gab seinem Antisemitismus Ausdruck. Dies alles war weder der Anfang noch das Ende der antisemitischen Mord- und Gewalttaten in Deutschland.

Schon vor 1938 wurden von Nazideutschland Gesetze geschaffen, welche Juden und Jüdinnen unterdrückten und sogenannten Volksdeutschen nachstellten. Genau diese waren es, die aufgrund ihres latenten Antisemitismus´ zuliessen, dass nach der Alltagsdiskriminierung die systematische Verfolgung und der Vernichtungswunsch Realität wurden. Der Wunsch nach Vernichtung der Juden und Jüdinnen gipfelte in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern, ohne dass es in Deutschland zu nennenswerten Gegenbewegungen kam. Aktive Hilfe blieb eine Ausnahme, auch wenn sie nicht vergessen werden darf.

Am 9.11.1938 schliesslich zeigte der deutsche Mob zum ersten Mal offen sein aggressives und zerstörerisches Potential, als er 400 Menschen direkt den Tod brachte, weitere tausende in Konzentrationslager steckte, Synagogen anzündete und Geschäfte verwüstete, sich nicht zu blöd war, im Nachhinein den geschädigten Juden und Jüdinnen die Schuld sowie die Folgekosten dieser sogenannten Reichspogromnacht oder widerwärtigerweise genannten Reichskristallnacht selber aufzuerlegen.

Was danach kam ist allen bekannt. Allein 6 Millionen Juden und Jüdinnen wurden bis zum Ende des dritten Deutschen Reichs 1945 vergast, verbrannt, erschlagen oder anders ermordet. Erst die militärische Niederlage Nazideutschlands sicherte vorerst des Ende deutschen Grössenwahns und Vernichtungswillens.

Heutzutage denken viele, dass 70 Jahre nach der Reichspogromnacht und 63 Jahre nach der Zerschlagung des Dritten Reichs alles anders ist und man den viel zitierten Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen kann.

Solange brennende und angegriffene Synagogen wie 1994 und 95 in Lübeck und gerade vor wenigen Monaten in Pinneberg, geschändete Friedhöfe, über 100 Morde von Neonazis seit 1990, fast wöchentliche öffentliche Angriffe von RechtsextremistInnen, RassistInnen und AntisemitInnen an der Tagesordnung sind, darf kein Schlussstrich gezogen werden.

Die deutsche Normalität, wie sie sich uns jeden Tag zeigt bietet uns genug Gründe zu sagen:

Deutschland? Nie wieder!

Solange Deutschland versucht, sich in den Medien wie in Diskussionen als eines von vielen Opfern darzustellen, solange der deutsche Volksgeist weiterhin existent ist und solange er zu vermeintlich spontanen wie rassistischen Hetzjagden wie in z.B. Mügeln fähig ist, solange kann es keinen Frieden mit dem deutschen Mob geben.

Der Versuch der Deutschen, ihre schwarz-rot-goldenen Wimpel durch Fussball-WM und

-EM in der Welt als Symbol für friedliches Feiern und Gastfreundschaft zu installieren muss als Versuch, die widerwärtige Vergangenheit  und Gegenwart Deutschlands zu überspielen und zu verdrängen, gesehen werden.

Dass dies nicht funktionierte, davon zeugen viele Übergriffe auf MigrantInnen und von ihnen betriebene Geschäfte, welche nicht einfach von sogenannten EinzeltäterInnen durchgeführt wurden, sondern von der breiten Masse der vorgeblich fussballbegeisterten NationalistInnen getragen wurden.

Die momentane Situation ist getragen von politischem Unwillen, Missstände zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken, und dem gleichzeitigen Willen, sich und das eigene herbeihalluzinierte Volk abzuschotten und gegen Menschen, die sich nicht diesen unterdrückenden Normen unterordnen wollen, massiv vorzugehen.

Solange Deutschland besteht werden wir nicht aufhören, uns ihm entgegenzustellen.

Solange Rassismus und Antisemitismus in unserem Alltag vorherrschen, solange ein deutsches Volk herbeifantasiert wird, welches deutsche Werte verinnerlichen soll, werden wir dagegen unsere Vielfalt und unsere Entschlossenheit setzen.

Unsere Überzeugung von einer freien Gesellschaft in einer freien Welt ist unvereinbar mit Rassismus, Antisemitismus und Volksgemeinschaft.

Egal, wo sich der deutsche Mob formiert, werden wir uns ihm in den Weg stellen!


03.10.08 "Hart Backbord!"-Demonstration in Hamburg
einen Artikel dazu gibts hier:
de.indymedia.org/2008/10/228938.shtml
Abends fand dann noch unsere Soli-Party unter dem Motto"Deutschland wegraven! -Nationalismus den Saft abdrehen" im Burgtor/Lübeck statt, welche leider nur mittelmässig besucht wurde.
Auch die Feierlaune schien nich so richtig da zu sein, sodass viele der Gäste der Musik lieber im Sitzen lauschten, statt auf der Tanzfläche die Sau rauszulassen.
Am Abend vorher zu viel gefeiert?
Aber so wie uns erging es wohl allen Parties am 3. Oktober, was schon wieder beweist, dass es viele so halten wie das Vorbereitungsbündnis "Hart Backbord": 03.10. - Kein Grund zum Feiern!
Danke an alle, die mit uns gemeinsam gegen Deutschland tanzten und danke an die Outrider Crew!



27.09.08  "5 vor 12! 12 Jahre Club 88, Null Toleranz für Nazistrukturen! Teer und Federn dem Nationalismus!"
Unter diesem Motto fand in diesem Jahr die antifaschistische Demonstration gegen den Club88 in Neumünster statt.
Dem Aufruf des Aktionsbündnisses, in dem auch die Anarchist Federation Lübeck vertreten war, folgten ca. 900 Menschen, um laut und deutlich der Nazis tolerierenden Politik in Neumünster und der wieder zunehmenden nationalistischen Stimmung in ganz Deutschland eine Absage zu erteilen.
So ging es thematisch auch nicht nur um den Club88, sondern, auf den Transpis wie auch in den Redebeiträgen, um das allgemeine Nazi-Problem in Neumünster und anderen Städten sowie den Patriotismus und Nationalismus der deutschen Gesellschaft, die seit der Fussball-WM 2006 wieder verstärkt sichtbar und spürbar sind.
Hier noch der Redebeitrag der Anarchist Federation, der sich mit dem deutschen Nationalismus und dem "Tag der deutschen Enheit" auseinandersetzt:
"Nächsten Freitag ist es wieder soweit, zum 18. Mal feiert das neue Deutschland sich selbst. Diverse PolitikerInnen, Wirtschaftsleute und KünstlerInnen werden sich an diesem Tag in Hamburg versammeln um gemeinsam ihr ach so tolles Deutschland hochleben zu lassen. Die vorherrschenden Probleme werden weggefeiert. KünstlerInnen, die sich an anderer Stelle gegen Rassismus und soziale Probleme stellen, reihen sich in die Partymeute ein.
Patriotismus gehört in Deutschland wieder zur Normalität, Diskussionen, wie „Warum Mensch auf Deutschland stolz sein kann?“ häufen sich. Doch worauf sollte Mensch stolz sein?

Seit der Wiedervereinigung häufen sich Übergriffe auf Flüchtlingsheime, wie z.B. in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda, Menschen werden umgebracht, jüdische Friedhöfe werden geschändet, Synagogen werden angegriffen, die deutsche Naziszene kann sich in diesem rassistischen deutschen Klima frei entfalten und ausweiten. Das interessiert die Deutschen aber herzlich wenig, stattdessen hetzen sie lieber gegen ihre traditionellen Lieblingsgegner, die radikale Linke. Mit seinem Lieblingsparagrafen 129 und dem Zusatz 129 a versucht der deutsche Staat, linke Zusammenhänge auszuhorchen, zu kriminalisieren und Menschen in die deutschen Knäste zu stecken. Gleichzeitig formiert sich der Mob nicht mehr nur innerhalb der deutschen Neonaziszene, sondern auch bei Massenevents, wie dem „Public Viewing“ bei Fussball EM & WM und tritt vereint unter der deutschen Fahne auf.

Auch bei Stadt- und Dorffesten trifft der Mob auf Gleichgesinnte. Hierbei kommt es immer wieder zu massiven rassistischen und antisemitischen Übergriffen. Beispiele gibt es viele: In Dresden wurden während der EM türkische Geschäfte angegriffen und diverse Menschen verprügelt, in Mügeln hetzte der Mob eine Gruppe Inder durch die Straßen. Solche Szenen zeigen sich fast täglich in Deutschland.

Deswegen rufen wir auf zur bundesweiten Demonstration Hart Backboard nach Hamburg zu kommen. Sie beginnt um 12 Uhr in der Hafenstraße, Hamburg St. Pauli.
"

Happy Birthday Anarchist Federation  Lübeck!!!
Unter diesem Motto wurde am Samstag, den 19.07.2008, unser 2-jähriges Bestehen als anarchistische Gruppierung in Lübeck gefeiert.
Dazu gabs Fair-Trade-Kaffee und veganen Kuchen, nette Gespräche mit momentan aktiven sowie ehemaligen WeggefährtInnen

Hier einige Impressionen:









Presseerklärung des RTS-Kommandos zur Party auf der Falke:

Für den 11.07.2008 lud das „Reclaim The Streets(RTS)-Kommando“ zu einer Party unter dem Motto „Reclaim The Falke – Beer, Bass, Barbecue“ auf die Falkenwiese.
Symbolisch sollte sich die Falkenwiese als öffentlicher Raum zurückerobert werden.
Ausserdem sollte gegen die als bedrückend empfundene Polizeipräsenz und für freies Feiern mit Rücksichtnahme auf Natur und AnwohnerInnen demonstriert werden.

Ab 18 Uhr hielten sich ca. 150 zumeist Jugendliche auf der Falkenwiese auf, Musik wurde über eine mitgebrachte Anlage gespielt.

Als die Polizei die Stromversorgung für die Anlage verbot, wurde spontan eine Kundgebung angemeldet, um die Aktion nicht zu gefährden. Ausserdem wurde ein Redebeitrag gehalten.
Dieser thematisierte das Problem mit Polizei und Stadt sowie den Wunshc nach Freiheit, freiem Feiern und einer Absage an unreflektiertes Konsumverhalten und allgegenwärtigen Konsumzwang.

Der Redebeitrag wurde von den TeilnehmerInnen der Party und Umstehenden begeistert aufgenommen.
Um 22 Uhr endete die Party, nicht ohne vorher gemeinsam die Falkenwiese aufzuräumen.
Eine Sprecherin des „RTS-Kommandos“ wertete die Aktion als Erfolg.
„In kürzester Zeit konnten an die 150 junge Menschen mobilisiert werden, was zeigt, dass das Interesse an freien Räumen in Lübeck gross ist.
Nun müssen weitere Aktionen von Jugendlichen folgen.“
Ein weiterer Sprecher ergänzte:
„Es geht uns nicht nur darum, die Falke zurückzuerobern, es geht uns um gesellschaftliche Veränderungen, darum, uns unser Leben und unsere Freiheit zurückzuerobern.
Dies machen wir auch in Zukunft, öffentlich und kreativ.“

Und hier noch der gehaltene Redebeitrag:

Mit beginn der warmen jahreszeit verbrachten, wie in den vergangenen jahren auch, wieder viele menschen ihre freizeit auf der falkenwiese.
In diesem jahr dürfen sich menschen nur noch bis 24h auf der falke aufhalten und das grillen und mitbringen von glasflaschen ist verboten.
Das ganze wurde dann auch gleich in einer parkverordnung festgelegt, die cops setzen es jedes wochenende aufs neue durch, filzen leute, durchsuchen taschen, verdonnern leute dazu, aufpasser zu spielen und somit gleichzeitig die konsequenzen für das handeln anderer zu tragen.
All das wollen wir nicht länger hinnehmen!
Wir haben keinen bock darauf, uns von polizei und stadt schickanieren zu lassen, weil wir uns abends auf einer öffentlichen wiese mit freund-innen treffen wollen und einen netten abend verbringen wollen!
Allerdings haben wir auch forderungen an diejenigen, die hier und woanders zusammenkommen, um sich zu treffen und mit anderen leuten zusammen den abend zu verbringen.
Wir alle müssen zusammen dafür sorgen, dass diese welt eine lebenswerte bleibt, dass heisst wir müssen aufeinander rücksicht nehmen, aber auch auf die umwelt und unsere mitmenschen rücksicht nehmen.
Das heisst für uns, dass es selbstverständlich sein müsste, dass nicht bis in die puppen in direkter nachbarschaft zu anderen menschen ein riesen radau veranstaltet wird, das heisst, dass  wir alle unseren müll selber entsorgen und keine flaschen kaputtschmeissen und wenn etwas kaputt gehen sollte, dass sofort beseitigt wird.
Über diese wiesen laufen leute, und nicht zuletzt auch wir selber, barfuss, auch tiere wollen hier frei toben, so wie auch wir.
Vielleicht wollen andere leute ihren abend lieber im haus verbringen, vielleicht wollen oder müssen andere früher schlafen als wir.
Das sollten wir respektieren!
Viel wichtiger sind aber noch die forderungen, die wir an diejenigen haben, die uns hier das zusammensein vermiesen wollen.
Verzieht euch! wir brauchen keine kontrollen, keine regeln, wir wollen keine verbote, keine kontrollen!
Wir wollen feiern, wo wir wollen, ohne polizei und ohne stress!!!
Wir werden uns unsere feier nicht verbieten lassen, ebenso wenig lassen wir uns den aufenthalt im öffentlichen raum verbieten.
Die umstrukturierung innerhalb des öffentlichen raumes verläuft fliessend, erst waren hier in lübeck die obdachlosen dran, denen durch bescheuerte regelungen der aufenthalt in der innenstadt erschwert wurde, um sie den kaufwütigen tourist-innen und lübecker-innen aus dem blickfeld und somit aus dem sinn zu schaffen, in anderen städten, wie hamburg oder berlin, sollen ganze stadtteile ummodeliert werden, sodass sie attrakrtiver erscheinen und mehr kohle für stadt und investor-innen abzugreifen ist.
Auch wir jugendlichen, arbeitslosen, angestellten, wir student-innen und schüler-innen, am ende alle menschen, sollen endlich die vermeintliche logik schlucken, dass es im leben eben nichts mehr umsonst gibt.
Wir sollen strandbars aufsuchen, sollen kurtaxe für den strand zahlen, sollen in diskotheken gehen oder in bars und restaurants.
Wir sollen mit aller kraft daran gehindert werden, unser leben frei des kapitalistischen zwangs zu leben, einfach mal frei zu sein und das umsonst hinzubekommen.
Wir wollen uns unsere freiheit nicht nehmen lassen, im gegenteil, wir wollen uns immer mehr neue freiheiten erkämpfen und nicht aufhören, bevor wir  nicht frei sind.
Frei vom konsumzwang, frei vom lern- und arbeitszwang, frei von den zwängen der vorherrschenden gesellschaft.
Stellen wir uns gemeinsam der verwertungslogik in den weg und fangen wir gleich hier und heute damit an.
Denn es betrifft uns alle und nur wir alle zusammen können dafür sorgen, dass es anders wird.
Erobern wir uns die falke zurück! Erobern wir uns unser leben zurück!!!

17.05.08
Anti-Wahl-Party, die Zweite
im V.e.B,Walli/Lübeck

Eigentlich sollte die Party ja erst um 22h beginnen.
Da wir aber nun alle schon richtig gut drauf  waren und sich vor dem Laden schon gegen halb neun die Leute mit Wahlplakaten einfanden, beschlossen wir den Startschuss für die Party schon früher abzufeuern.
So wurde die Party noch vor neun mit dem entzünden der Feuertonne durch einige SPD-Plakate begonnen.

Die Stimmung musste sich zwar erst langsam hochkochen, steigerte sich aber, ebenso wie die Hitze in der Feuertonne, stetig.

Auch einige Leute, die noch die Antifa-Soli-Party in Hamburg besuchten, kamen in der Nacht noch auf ein paar Stunden und Getränke vorbei.

So ging die Party feucht fröhlich und mit einer echt heissen Tonne bis in die Morgenstunden, als wir zumachten war es draussen schon lange wieder hell.

Die Bilanz des Abends sagt:
Zig verbrannte Wahlplakate, viele Getränke, gute, ausgelassene Stimmung

Hier noch einige Eindrücke von der Feuertonne, besonders beliebt waren die Anzünder Marke SPD, DIE LINKE und DIE GRÜNEN....
Aber keine Angst, auch die anderen Parteien heizten uns gut ein und die NPD stiftete doch glatt, wenn vielleicht auch etwas unfreiwillig, einige Stapel ihrer Hetzpropaganda-Blättchen










22.3.08
Kundgebung in Gedenken an die Anschläge auf die Synagoge Lübecks
gegen Rassismus, Antisemitismus und den Naziaufmarsch am 29.3.

Bericht des [BAAN] auf Indymedia
http://de.indymedia.org/2008/03/211125.shtml

Unser Redebeitrag auf der Kundgebung:
" Am 25. März 1994 brannte nachts die Lübecker Synagoge.
Schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass es sich bei den Tätern um vier rechtsextreme Jugendliche handelte, die mit Molotov-Cocktails das zu der Zeit einzige jüdische Gotteshaus in Schleswig-Holstein anzündeten.

Die Familie des Kantors, die in dem Synagogengebäude lebte, entdeckte das Feuer zum Glück rechtzeitig, sodass niemand verletzt wurde.
Den Tod der Familienmitglieder nahmen die Nazis in Kauf, ebenso jede weitere Form von psychischen und physischen Verletzungen.
Sie wussten, dass in der Synagoge Menschen lebten. Dies ist durch Klingelschilder am Tor der Synagoge offen ersichtlich.

Trotzdem wurden die vier Neonazis nur wegen Brandstiftung verurteilt, einer von ihnen sogar nur wegen Beihilfe zur Brandstiftung.
Wenn man in der Sprache des deutschen Rechtsstaates sprechen möchte, hätte die Verurteilung auf versuchten Mord in mehreren Fällen lauten müssen.
Dies soll nicht heißen, dass wir Forderungen irgendeiner Art an den Staat stellen möchten, da er in keiner Weise als geeigneter Gefährte im Kampf gegen Rechtsextremismus und für eine Welt frei von Rassismus, Antisemitismus und anderen Ideologien, die Menschen selektieren und gegeneinander aufhetzen, sein kann.
Vielmehr steht der Staat auf der Seite derjenigen, die von dieser Ausgrenzung und Unterdrückung von Menschen profitieren und diese somit nicht bekämpfen wollen.
Der deutsche Staat betreibt selber aktive Selektierung, indem in Deutschland lebende Flüchtlinge in Krisen- oder Kriegsregionen abgeschoben werden und Menschen an den EU- und BRD-Außengrenzen nach ihrer Verwertbarkeit für die deutsche Wirtschaft aussortiert werden.

Kaum einen Monat nach der Verurteilung der vier rechtsextremen Jugendlichen brannte es schon wieder auf dem Gelände der Synagoge.
Diesmal war es ein Anschlag auf einen an die Synagoge angrenzenden Schuppen, der ausbrannte.
Dieser Brandanschlag wurde in der Nacht auf den 8. Mai 1995, den 50. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, verübt.
Außerdem wurde in derselben Nacht noch ein Brandanschlag auf ein von MigrantInnen und aktiven Antifas bewohntes Haus in der Lübecker Altstadt verübt.
Bundesweit kam es in dieser Nacht in allen Teilen Deutschlands zu Schändungen jüdischer Friedhöfe und Gedenkstätten.
Der Anschlag auf die Synagoge in Lübeck hatte angeblich keinen politischen Hintergrund.

Das sehen wir anders!
Niemand greift wahllos eine Synagoge mit Molotov-Cocktails oder anderen Brandbomben an, niemand entscheidet sich dazu, ein jüdisches Gotteshaus anzuzünden oder zu schänden, niemand zerstört jüdische Gedenkstätten oder Friedhöfe, ohne entsprechendes antisemitisches Gedankengut, den Hass auf Menschen jüdischen Glaubens und den Willen, sie zu töten oder zumindest aus der Gesellschaft auszugrenzen.

Die Anschläge waren die ersten in Deutschland auf eine Synagoge nach dem Ende des nationalsozialistischen Regimes und dem Zweiten Weltkrieg.
Sie erinnern uns an die Bilder, die wir von der Reichspogromnacht kennen.
Wieder werden Jüdinnen und Juden in Deutschland aufgrund ihres Glaubens stigmatisiert, ihre Gotteshäuser werden angegriffen, Friedhöfe zerstört, die Vorurteile, welche sich seit dem Nationalsozialismus kaum verändert haben, werden heute wieder neu aufbereitet und von einem großen Teil der deutschen Bevölkerung aufgenommen und weiterverbreitet.

In unserer Gesellschaft herrscht ein Klima, in dem die falschen Gesinnungen gedeihen, Rassismus, Antisemitismus, Faschismus.
Dies erkannte schon 1994, nach dem Brandanschlag, bei dem auch das Leben seiner Familie in Gefahr war, der Kantor der Lübecker Synagoge.

Auch in diesem Jahr, am nächsten Samstag, werden Neonazis aus dem Umfeld von NPD und sogenannten „freien Kräften“ versuchen, in Lübeck eine Demonstration durchzuführen.
Wie auch in den Jahren davor geht es ihnen um die Erinnerung an die Opfer der Bombardierung Lübecks im Jahr 1942.
Sie wollen erreichen, dass die Erinnerung an die einseitig als Opfer titulierten Deutschen dazu führt, dass ein positiver Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus wieder möglich wird, ebenso sollen die Kriegseinsätze der Alliierten in ein menschenverachtendes Szenario umgelogen werden, was es den Nazis erleichtern soll, die Verbrechen des Nationalsozialismus, ihrem ideologischen Leitbild, zu verharmlosen.
Sie verdrehen Ursache und Wirkung, sie verschweigen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus, welche den grausamen Massenmord an Jüdinnen und Juden, an Sinti und Roma, an Homosexuellen, Behinderten, AntifaschistInnen und vielen anderen zum Programm hatte. Hinter dieser Ideologie stand ein Großteil der deutschen Bevölkerung.
Der Versuch, diese Idee einer Welt, in der Menschen industriell vernichtet werden sollen, in der kein Platz ist für Menschen, die nicht in ein herbeihalluziniertes Bild eines starken Menschen passen, zurück in die Gesellschaft zu tragen, muss entschlossen verhindert werden.
Wir werden uns am nächsten Samstag in St. Lorenz die Naziroute vornehmen.
Wir werden viele sein, wir werden offensiv sein, wir werden kreativ sein.
Wir werden an diesem Tag, wie auch an jedem anderen Tag, dafür sorgen, dass die Nazis keinen Meter weit kommen und somit auch an diesem Tag keine Chance haben werden, ihre menschenverachtende Hasspropaganda öffentlich und ungestört zu verbreiten.
Hierbei werden wir uns auch nicht von der Polizei abhalten lassen, welche mit allen Mitteln versuchen wird, den reibungslosen Ablauf der Nazidemo abzusichern.
Wir werden die Konfrontation mit der Polizei nicht suchen, aber sie auch nicht scheuen.


Antisemitismus, Rassismus und Faschismus entschlossen entgegentreten!
Egal wo, egal wann!
Für eine Welt in Freiheit, Liebe und Solidarität!
Für den Anarchismus! "

20.3.08
Was ist eigentlich Anarchie?
Geschichte-Ideen-Perspektiven

Diskussionsveranstaltung im V.e.B./Walli, Lübeck

zu Gast waren zwischen 30 und 50 Menschen unterschiedlichen Alters
Es wurden zuerst die Geschichte und die verschiedenen Ideenansätze des Anarchismus von 2 ReferentInnen umrissen, um dann mit den Anwesenden in eine Diskussion über anarchistische Perspektiven zu starten.

Dies gestaltete sich aufgrund der Menge der Menschen und der Anwesenheit eines offensichtlich angetrunkenen Menschen, der über die ganze Zeit seiner Anwesenheit versuchte, verschwörerische Theorien verbal aggressiv in die Diskussion einzubringen, recht schwierig, sodass sich eine Diskussion an verschiedenen Tischgruppen ergab.

Alles in allem kann diese Diskussionsveranstaltung, die als Auftakt für die Anti-Herrschafts/Anti-Wahl-Kampagne ausgewählt wurde, als Erfolg betrachtet werden.
Die Diskussionen dauerten lange an, der Soli-Tresen zog sich bis in die frühen Morgenstunden hin und nicht zuletzt war auch die Stimmung gut.
 
   
 
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