Anarchist Federation Lübeck
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Die ganze Welt steht in Flammen, oder?
von phantomias

Mensch möchte doch tagtäglich einfach nur kotzen, oder bin ich da der einzige, dem es so geht?

Alltäglich kommt eine neue Scheisse in der Welt zustande, alle paar Sekunden stirbt in der Welt ein Kind an irgendwas, nehmen wir die Erwachsenen dazu, nehmen wir alle diejenigen dazu, die irgendwo in dieser Welt, da, wo sie leben, in den Knästen, in denen sie stecken, diejenigen, die über die selbe Scheisse grübeln, wie ich es grade tue, nehmen wir alle diese Menschen dazu, dann ist jede verdammte Sekunde für irgendjemanden in dieser Welt zum Kotzen.

Dieser Gedanke führt jedenfalls auch bei mir dazu, dass jede Sekunde unerträglicher wird.

Und dazu, zu der Erkenntnis, dass es mir schon deswegen scheisse geht, weil es anderen scheisse geht, kommt auch immer mal wieder persönliches.

So kann ich mir sicher sein, dass auch wirklich keine Sekunde ohne Scheisse auskommen muss.

In China herrscht die Partei, in Tibet der Dalai Lama.

Wen hasse ich lieber und mit mehr Enthusiasmus, dass ist die Frage dieser Tage.

Im Nahen Osten beschiessen PalästinenserInnen israelische Siedlungen, oft aus krankem Antisemitismus, oft aus Angst, Trauer, Wut oder Unverständnis. Die israelische Armee schiesst zurück.

Und jetzt? Wen hasse ich lieber, wen davon darf oder will ich hassen?

Kann ich nicht irgendwie beide Seiten zum Teil verstehen? Will ich das ganze immer verstehen müssen?

Europa baut Mauern um seine Grenzen, schickt Flüchtlinge zurück in die Wüste, wo sie ja nach landläufigem Glauben eh herkommen, und lässt sie dort krepieren.

Flüchtlinge erklimmen mit Leitern die Mauern und Zäune, schaffen sich Gehör und der betroffene Bürger ist mal ein paar Tage „solidarisch“.

Dann kommt die Abschiebung….kein Platz….das Boot ist voll.

Wen ich hier nicht mag wurde ziemlich schnell offensichtlich.

 

Wir sind wieder wer! Wir sind wir! Wir sind Papst!

Was fällt mir daran auf?

Mit jedem Satz und jeder National-Parole wird das Ganze lächerlicher, das ist hoffentlich inzwischen so ziemlich jedem Menschen klar geworden, oder?

Dieses Jahr ist EM, juhujuhu, die Deutschen sehen sich jetzt schon mit dem Meisterpott, wir sind wieder wer, aber was?

Alleine: Wir.

Ich bin nicht Wir. Und wenn ich Wir werden sollte, dann gute Nacht.

Was ist schon Wir? Bin ich Papst? Bloss nicht!

Der mag auch keine Andersgläubigen, einfach weil sie den anderen Glauben haben, der mag offensichtlich auch nur Menschen, die ihrer Lust auf Sexualität entsagen und sich zu Gebärmaschinen degradieren lassen, der mag auch keine sündigen Säuglinge, die sich geradezu inzeströs mit HIV bei ihrer Mutter angesteckt haben.

Was ein Vogel…

Wenn das Deutschland ist, habe ich schon wieder einen Grund mehr, Deutschland zu hassen.

Und das fällt mir immer weniger schwer.

Wirklich.

Genauso hasse ich jedes andere Staatsgebilde, jede andere Form, in die Menschen gepresst werden, um danach zurechtgemacht zurückzukommen.

Religion, Staat, Nation, Geschlecht, „Rasse“(ein ekliges Wort), Klasse, wer braucht so etwas?

Freundschaft, Gemeinsamkeiten, gemeinsame (sexuelle)Vorlieben, Hobbies, Fähigkeiten, das sind Dinge die verbinden sollten.

Das sind doch nun mal Dinge, die von innen heraus, vom Menschen selber kommen.

 

Aber ich schweife ab, denn wie es sein soll ist es nicht.

Wir leben alle in Zwängen, Zwängen, die wir uns selber aufbauen und solche, die um uns rum geschaffen werden.

Es gibt viele Dinge, die Zwang sind.

Manche sind lohnenswert, andere sind einfach nur scheisse.

Selbstauferlegte Zwänge sind meiner Meinung nach die einzigen, die überhaupt gut sein können.

 

Zum Beispiel der Zwang der Monogamie, obwohl du selbst nicht dran glaubst, oder anders fühlst, aber dein Lebenspartner oder diejenigen, die du nebenher noch begehrst, an ein Leben in Monogamie glauben, vielleicht wirklich monogam fühlen, vielleicht aber auch nur früh genug so geformt wurden.

 

Zum Beispiel der Zwang ins Bett zu gehen, um morgens für Schule oder Job fit zu sein.

Du möchtest etwas dazulernen, etwas von anderen und mit anderen lernen, du suchst Gemeinschaft, oft findest du diese allerdings nicht, weil das System(ich meine das System Schule oder Job) dies nicht zulässt, dich nur zur Leistungsfähigkeit formen soll.

Noch dazu kommt das elendige frühe Aufstehen.

Einfach mal liegenbleiben, nette Menschen irgendwo, irgendwann treffen, nicht jeden Tag malochen oder pauken müssen…..Utopie?

 

 

Wie ist es mit den Zwängen, die Gemeinschaften mit sich bringen? Tragen die manchmal nicht auch seltsame Früchte? Jede Subkultur, ja selbst jede sogenannte Gegenkultur, hat ihre Dogmen, ihre Kleiderordnung, ihr Gehabe, ihr Auftreten, ihr ganzes Sein. Ohne das wäre es keine Kultur, ein Begriff, der eine feste Gruppe, die klar zu benennen und zu erkennen ist, beschreibt.

Davon ist auch die anarchistische Linke leider in grossen Teilen nicht frei.

Woher auch? Wir alle kommen aus dieser Gesellschaft und viele von uns werden sich irgendwann wieder in ihren Schoss zurückbewegen.

So war es schon immer. Bis dahin ist Mensch aber 120%-ig dabei, immer noch ein bisschen härter, besser, originaler(übrigens ein extrem rassistischer Ausdruck), noch ein bisschen einstudiert uneinstudierter, immer noch krasser als der Rest.

Woher kennen wir das? Richtig, Leistungsgesellschaft.

 

Sind wir wirklich besser als der Rest? Die meisten nicht.

Ich wohl auch nicht, ich ganz sicher nicht. Woher denn auch?

Ich bin von einer Gesellschaft der angepassten Arschlöcher in die nächste gerutscht(diesmal ist hier die Linke insgesamt gemeint, nicht die anarchistische Linke, die ich trotz aller Kritik im grossen und ganzen echt wunderbar finde und nicht mehr missen will).

Nur die Vorzeichen sind andere. Jedenfalls, wenn Mensch das erste Mal hinguckt.

Am Ende ist Alles eine Sosse.

Da wundert es auch niemanden, wenn diese zwei auf den ersten Blick so antagonistischen Gesellschaften gegen etwas, was ihnen zuwiderläuft, die bösen bösen Nazis, gemeinsam auf den Putz hauen. Jedenfalls bildlich und verbal.

Natürlich tun sie das offiziell unter verschiedenen Vorzeichen, am Ende heisst es bei beiden, der Linken wie der sogenannten bürgerlichen Gesellschaft, Imagepflege und schaffen eines gemeinsamkeitsstiftenden Moments.

Dieser Moment ist dann mal eine Demonstration und das Bewusstsein zu haben, auf der richtigen Seite zu stehen, möglichst mit ganz vielen Menschen, damit das Bewusstsein des Richtig-machens noch verstärkt wird.

Allein will keiner sein.

 

Und da bin ich schon wieder da angekommen, wo ich vorhin von weg kommen wollte.

Welche Seite ist in den Konflikten momentan die richtige?

Verhungern lassen will keiner irgendjemanden, schon gar keine Kinder, die sind so jung und unschuldig. Das selbe gilt anscheinend für die TibeterInnen und bei vielen von uns auch für die PalästinenserInnen.

Nur das die letzten beiden Gruppierungen einfach verharmonisiert werden und somit eine einfache Solidarität mit ihnen möglich ist.

Darauf sind viele, gerade Linke, in der Vergangenheit viel zu oft reingefallen.

Ich bin lieber hundertmal Israel, als einmal Hamas oder Hisbollah.

Aber ich bin lieber hundertmal Mensch, der gegen die herrschenden Zustände in seiner Gegend rebelliert, als Soldat oder Bulle, also Staatsbüttel.

 

Tibet ist noch mal eine Nummer heikler.

Und auch hier gilt für mich der Grundsatz: Keine Religion(auch nicht der Buddhismus und sein Pseudo-Sonnenkönig), kein Staat(schon gar keiner, der von der Kommunistischen Partei verwaltet wird), kein Herr(weder kirchlich noch staatlich), kein Sklave(für niemanden, Staat und seine Organe, Kirche und ihre Institutionen, Kapitalismus und seine beschissene Lohnarbeit)!

Ist das zu einfach? Vielleicht!

Aber warum immer alles kompliziert machen?

 

Die ganze Welt steht in Flammen, das ist hiermit bewiesen(und nicht erst hiermit) und es gibt nicht genug Wasser um sie zu löschen.

Danke Coca-Cola und der Rest, der dafür von den No-Global-Freaks leider nie an den Pranger gestellt wird.

Einen zu hassen reicht ja auch immer schon für eine Kampagne.

Danke Kapitalismus und mit dir einhergehende Industrialisierung für das An-Die-Wand-Fahren dieser schönen Welt.

 

Die Welt steht in Flammen und welche Konsequenz ziehen wir daraus?

Manchmal muss es leider ausreichen, bei einem Waldbrand eine Feuerschneise in den Wald zu hauen, um das Feuer an einem bestimmten Punkt erlischen zu lassen.

Das ist das Einzige, was uns in der jetzigen Situation noch übrig bleibt.


Packen wir´s an?!


Das Ganze ist ungefährlich -
Über Atomkraft, Umweltpolitik, die G8 und Herrschaft im Allgemeinen
von Oma Duck

Während sich wieder einmal acht PräsidentInnen versammeln, um die Zukunft der Welt zu diskutieren, dort dann sogar der amerikanische Auslauf-Präsident einen Baum pflanzt, um zu zeigen, wie viel er doch von Naturschutz hält, in einem Land, welches Umwelt-AktivistInnen wegknastet, weil sie sich WalfängerInnen in den Weg stellten, läuft woanders, nämlich in Frankreich, dem Herkunftsland eines weiteren Präsidenten auf der Gästeliste des Pseudo-Elite-Treffens, Etwas ganz anderes aus.

 

Nämlich etwas, worüber auch in einem weiteren Herkunftsland einer angereisten Präsidentin, nämlich in good ol´ Germany, gerade wieder einmal  intensiv diskutiert, polemisiert und gestritten wird.

Nämlich ein Atomkraftwerk, welches sich schon fast einen gewissen Sinn für Humor unterstellen lassen muss.

Aus diesem besagten Atomkraftwerk in Südfrankreich, nach Aussage deutscher wie auch amerikanischer PolitikerInnen eines, das zu den sichersten der Welt, nämlichen europäischen AKW´s, gehört, flossen mal so eben 30.000(dreissigtausend!!!) Liter radioaktive Flüssigkeit in die Landschaft, davon eine ungeklärte enge in Flüsse. Wo der Rest jetzt demnächst landet, ist wohl für jeden Menschen klar, aber hier sei es noch mal für diejenigen gesagt, die es entweder nicht wahrhaben wollen oder nicht wahrhaben dürfen: Es sickert ins Grundwasser, auf die Felder, direkt oder indirekt durch Bewässerung, kommt somit in die Nahrungskette und landet am Ende auf Tellern in ganz Europa, ob bei FleischesserInnen, VegetarierInnen oder VeganerInnen.

Ob in Gentech-Frass oder auf Bio-Äckern, dass ist dieser Flüssigkeit egal.

 

Lustig oder? Wo doch der baumpflanzende Bush grad zu Beginn des G8-Elite-Treffs gross rumposaunt hat, beim Thema Klimaschutz müssten die industrie-Staaten jetzt auf AKW´s setzen, weil die ja so sicher sind.

Und die deutschen MinisterInnen legen noch eins drauf: die deutschen AKW´s seien eh die sichersten.

Kurz vergessen ist, dass hier im Norden, hier gleich um die Ecke, zwei AKW´s schon länger vom Netz sind, weil sichs keineR traut, die Dinger wieder anzuschalten, nachdem sie fast explodiert oder abgefackelt waren. KeineR erwähnt, dass das schwedische Atomkraftwerk, welches vor 2 Jahren fast hochgegangen wäre, baugleich mit einigen deutschen AKW´s ist.

Vergessen sind die deutsch-französische Zusammenarbeit, was Atommüll-wegschaffen oder Atomkraft gemeinsam weiterentwickeln angeht.

 

Dieses AKW hatte Humor, Witz und Charme. Nur hat den Witz leider keineR verstanden.

Jedenfalls durfte ihn offiziell keiner verstehen.

Was da ausgelaufen ist, die paar zehntausend Liter, die sind harmlos, tun keiner Fliege was zu Leide, so die offizielle Stellungnahme der Behörden.

Aber was sollen die kleinen BeamtInnen denn auch sagen, während die Grossen oben auf einem Gipfel in Japan Bäumchen Pflanzen?

„Die“ haben sich ja auch auf was geeinigt, worauf sie sich letztes Jahr noch nicht einigen konnten, dank Baumpflanz-Bush, dem scheidenden Chef der grössten Industrie-Nation in dieser kleinen Welt.

Klimarettung bis 2050. Jedenfalls Klimarettung light. Mit Atomkraft! Ganz wichtig!

 

Na danke, 2050 gutes Klima, aber wo sind all die Menschen und Tiere und alles andere Leben hin,  die was davon haben könnten?

 

Richtig! Die haben alle ein bisschen zuviel von dem Wasser getrunken, dass aus dem AKW ausgelaufen ist, die anderen haben eben zu dicht an einem AKW gewohnt, das gerade feststellte, dass seine Zeit nun gekommen sei und es einfach mal explodierte und ganz viel ungefährliche Sachen in die Atmosphäre pustete(in Tschernobyl ist so was schon mal passiert, warum also nicht noch einmal?) und der Rest der Menschen und Tiere und Umwelt wurden einfach von ganz ungefährlichen Bomben weggemacht, die von ganz ungefährlichen Flugzeugen über ganz ungefährlichen Menschen abgeworfen wurden.

 

Diese ganzen Dinge können nicht unabhängig voneinander betrachtet werden, das AKW machte es uns vor.

In Japan sitzen UmweltschützerInnen ein, die Demokratie existiert nur auf dem Papier, über Russland haben wir alle genug gelesen, die USA führen Kriege und mischen in ihre eh schon ekelhaften „Präzisions“-Bomben nukleare Abfälle, Frankreich und Deutschland sind Atomkraft-Freaks und blocken ab, wenn es um erneuerbare Energien geht, Frankreich im speziellen drohte in der jüngeren Vegangenheit offen mit seinen Atomwaffen, Grossbritannien mischt fleissig im Krieg mit und hat auch eine Menge Atomwaffen rumliegen, alleine der Punkt Atomkraft/-waffen  bietet also genug Zündstoff.

 

Ansonsten haben sich diese Staaten, wie übrigens auch alle anderen, nur dass die das nicht so gross inszenieren, auf die Fahnen geschrieben uns alle nach Strich und Faden zu verarschen.

Von ihnen geht keine Gefahr aus, sagen sie, von dem was sie für richtig befinden geht ebenfalls keine Gefahr aus, sagen sie, was sie sagen ist gut und richtig, sagen sie.

 

Doch was sie machen, was für sie richtig und normal ist, dass kostet täglich leben, schafft jeden tag Katastrophen und Leid.

Jeder Schritt, den wir Menschen mit diesen Staaten, diesen Regierungen und der momentanen Entwicklung mitgehen, ist ein Schritt in die falsche Richtung.

 

Das Klima ändert sich, es muss sich ändern. Das Klima muss heiss werden, es muss brodeln.

Den Nationen und Staaten und denjenigen, die für sie und in ihrem Sinne arbeiten muss der Arsch brennen.

 

Für einen revolutionären Klimawandel! Für die libertäre soziale Revolution!


 

 
   
 
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