Anarchist Federation Lübeck
  Kampagnen-Auswertung
 
Fangen wir beim Flugblatt an, es war von der Optik wie auch vom Inhalt gut; wir haben es geschafft alle Flugblätter zu verteilen, oft mit positiver Rückmeldung.
Negativ zu bewerten ist, dass der Text, im Nachhinein betrachtet, zu hochgestochen und abgehoben formuliert war, als dass mensch damit eine breite Masse an Menschen zum Wahlboykott hätte motivieren können, desweiteren haben wir einen kapitalen inhaltlichen Fehler begangen, was das kommunale Wahlrecht betrifft. Wir behaupteten in unserem Flugblatt, obwohl es in der vorangegangenen Diskussion strittig war, dass eine aktive ichtwahl auf kommunaler Ebene gewertet wird, was für Kommunalwahlen falsch ist.
Leider haben wir den falschen Text, den, in dem das drinstand, im Text verwand.
Das sei an dieser Stelle noch einmal korrigiert.
Den Inhalt einfacher zu formulieren und somit das Anliegen rüberzubringen ist beim nächsten Mal unumgänglich, um die nächsten Aktionen, gerade bezüglich Anti-Wahl, transparenter und inhaltlich für alle verständlicher zu machen.
Unsere Veranstaltungen während der Anti-Wahl-Kampagne werten wir unterschiedlich.
Unser Anti-Wahl-Konzert war gut besucht und die Bands waren klasse (vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an Cave Canem und November 13th), auch die 2. Anti-Wahl-Party, die wir noch eingeschoben haben war grossartig, die Stimmung super.
Der Infoabend, der unter dem Motto „Was ist eigentlich Anarchie? – Geschichte, Ideen, Perspektiven“ stand, war ebenfalls gut besucht, ging lange und bot interessante Diskussionen.
Als eher schlecht, aber ausbaufähig, betrachten wir das von uns veranstaltete Sonntagsbrunch unter dem Motto „Kritik zum Frühstück“, da es von uns gut organisiert und durchgeführt wurde, allerdings kaum Gäste vor Ort waren und somit auch der anschliessende Diskussions-Vortrag zum Thema Wahlkritik/Parlamentarismuskritik ausfallen musste; des weiteren sind auch Filmabende wie der von uns veranstaltete mit dem Film „Vivir La Utopia“ immer wieder gut, nur war er von uns auf einem Dienstag für Lübeck mies gelegt, weswegen auch kaum Leute anwesend waren.
Als absolut negativ bewerten wir das anvisierte Aktionstraining zur Umgestaltung von Wahlplakaten und Ausarbeitung von Anti-Wahl-Aktionen am von uns ebenso negativ bewerteten Anti-Wahl-Aktionstag.
Das war zuviel Ankündigung und Planung und zu wenig „einfach mal machen“.
Ausserdem kamen auch hier einfach keine Leute.
Auch die erste Party war mies: keine Leute, miese Stimmung.
Die Demo fiel aus, da in Kiel gegen die NPD und andere Nazis demonstriert wurde, so blieb auch an diesem Tag für anarchistische Aktivist_innen in HL nur Flyer verteilen und diskutieren.
Letztendlich liessen wir auch den Anti-Wahl-Abend als Gegenpol zum Wahlabend der Parteien sausen, da in HL keine Resonanz mehr auf diesen Termin zu merken war.

Das Fazit, das wir aus dieser Aufzählung ziehen, ist, dass bei zukünftigen Aktionen und Kampagnen genauer drauf geachtet werden muss, welche und wie viele Aktionen gemacht werden sollen, lieber einige weniger und dann mit mehr Engagement und mehr auf die Menschen ausgerichtet, die mensch erreichen möchte.

Aus diesem Planungsüberschuss entstand auch unser mit Terminen zugeknalltes Plakat, welches zu wenig Augenmerk auf unser Wahlboykott-Anliegen richtete, dafür aber mit Terminen überladen und somit unübersichtlich war.
Beim nächsten Mal also nicht nur weniger und gefiltertere Anktionen, sondern auch ein oder mehrere ansprechendere Plakat(e).
Ausserdem müssen die Ziele realistisch gesteckt werden. Konkretes Beispiel: Wir hatten uns vorgenommen Plakate mit unseren Terminen nach ganz S-H zu schicken, da das scheiterte hatten wir megaviele Plakate übrig.

Ausserdem ist unser Ziel, Parlamentarismuskritik in die öffentliche Diskussion zu tragen gescheitert, jedenfalls gab es keine öffentlichen Rückmeldungen auf unsere Kampagne und unsere Aktionen in der Stadt selber.

Allerdings spricht die Wahlbeteiligung von knapp 50% unserer Meinung nach auch eine deutliche Sprache.

Was uns ausgesprochen gut gefallen hat während unserer Kampagne waren die auswärts veranstalteten Vorträge/Diskussionen in Eckernförde und Flensburg.
Vielen Dank noch mal fürs Essen, für die Locations, die wir besuchen konnten und dafür, dass ihr so seid, wie ihr seid.

Das möchten wir auf jeden Fall in der Zukunft aufrecht erhalten.

Alles in allem war die Anti-Wahl-Kampagne eine sehr starke Bereicherung für uns als Gruppe, denn auch negative Erfahrungen bringen einen Menschen weiter und jede positive Erinnerung treibt einen als Menschen weiter nach vorne.
 
   
 
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